Reiseberichte aus Nordkenia von Jörg Wurmisch

Kenia

Moyale Marsabit

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Allein unterwegs in Nordkenia

Reisebericht aus Kenia

So wie die meisten Kenianer in Nordkenia reisen, besuchte ich die Orte, Nairobi, Kitale, Lodwar, Kalokol, Turkanasee, Lokichoggio, Isiolo, Moyale, Marsabit, Nationalpark Marsabit, Nanyuki und Meru.

Es herrschte ein großer Andrang, denn der offizielle Bus stand mit einer Panne im Ort. Mein Fahrzeug hatte Säcke auf denen man sitzen konnte geladen und oben auf dem Gestänge des Daches ebenfalls. Ein schmales Brett, dicht an der Fahrerkabine, erschien mir als Hochsitz am besten geeignet.

Das Fahrzeug war schon mit Passagieren voll beladen, als noch sechs Armeesoldaten erschienen und das vordere Oberdeck in Beschlag nahmen. Ich konnte mich auf meinem Platz ganz links behaupten. Fotografieren durfte ich nur noch zur linken Seite. Die Soldaten schleppten haufenweise Patronenmagazine mit sich und zeigten mir, nach dem sie erfahren hatten das ich aus Deutschland kam, stolz ihre deutschen Gewehre. Während der Fahrt kauten sie ununterbrochen Miraa, ein Kraut, das als harmlose Droge gilt und das es überall in Kenia offiziell zu kaufen gibt. Auf der Fahrt wurden alle Reisenden mehrmals kontrolliert und ich mußte jedesmal meinen Paß zeigen. Das Fahrzeug war, wie alle Fahrzeuge in dieser Region, völlig überladen, so daß die Stoßfedern ihre Wirkung verloren hatten. Der schlechte Zustand der Piste übertrug sich deshalb mit voller Wucht. Ich saß rückwärts zur Fahrtrichtung auf der linken Seite und die Akazien, die am Wege standen, waren eine ständige Gefahr für mich. Meine Mitreisenden warnten mich meistens, so daß ich nur ein paar kleinere Schmisse im Gesicht abbekam. Unterwegs wurde in einem kleinen Ort angehalten, in dem sich die Soldaten verabschiedeten. Die anderen Passagiere, sowie die Besatzung des Fahrzeugs, machten im Ort eine kleine Pause. Für die Weiterfahrt kamen neue Passagiere hinzu. Die Passagiere im Inneren des Wagens schliefen auf der Fahrt und bemerkten nicht, daß ich sie fotografierte. Der junge Mann oben rechts auf dem Bild machte mir bereitwillig Platz zum Fotografieren. Einige Kilometer vor Marsabit wurde es noch einmal richtig voll auf dem Dach. Ein älterer Mann wurde nur noch mitgenommen weil ich mich für ihn ins Zeug legte. Er war wie es sich später herausstellte, ein in einem Reisebuch aus dem Jahr 1993 empfohlener Veranstalter für Kamelsafaris.

Nächster Reisebericht: Marsabit mit seinem Nationalpark.

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