Reiseberichte aus Nordkenia von Jörg Wurmisch

Kenia

Reiseberichte Marsabit

Frühbucher - Lastminute - Abenteuerurlaub - Flug - Hotel - Kreuzfahrt - Ferienhaus - Mietwagen

Allein unterwegs in Nordkenia

Reisebericht aus Kenia

So wie die meisten Kenianer in Nordkenia reisen, besuchte ich die Orte, Nairobi, Kitale, Lodwar, Kalokol, Turkanasee, Lokichoggio, Isiolo, Moyale, Marsabit, Nationalpark Marsabit, Nanyuki und Meru.

In Marsabit am 17. 06. 05 nachmittags angekommen suchte ich mir ein Hotel. Das erste Hotel, wo ich mich einquartierte, erschien mir nicht ganz das Richtige zu sein. Ein Student der ebenfalls aus Moyale kam, empfahl mir ein anderes Hotel. Das Nomad Hotel war eine gute Entscheidung. In dem neuen Hotel gab es eine Verständigungsschwierikeit, da niemand Suaheli sprach. Der Hotelleiter holte sich einen Übersetzer.

Ich erzähle das aber nur, weil dieser Übersetzer der Sohn von dem schon genannten Führer für Kamelsafaris war. Er wollte natürlich gleich mit mir ins Geschäft kommen. Wir erkundigten uns bei einem ortsansässigen Fuhrunternehmer, der ein Geländefahrzeug hatte, nach dem Preis für eine Fahrt nach Loyangalani am östlichen Ufer des Turkanasees. Der Preis sollte 500 Dollar betragen. Ich glaube bei diesen schlechten Strecken ist ein solcher Preis auch korrekt. Eine Bootsfahrt zu der Insel Central Island hätte ich dazu wieder allein tragen müssen. Meine Mittel waren leider begrenzt, denn ich mußte mir ja noch für unvorhersehbare Ereignisse eine Rücklage erhalten. Mein Ärger auf die Entscheidung, die ich in Kalokol getroffen hatte, war genau so groß wie auf den Safariveranstalter in Nairobi. Ich hatte, da ich mich selbst immer durchfragen wollte für den jungen Mann keine Verwendung, versprach ihm aber seine Internetadresse in meinem Bericht zu veröffentlichen. Ich war fast eine ganze Woche in Marsabit, aber es gab keine direkte Mitfahrgelegenheit nach Loyangalani. Bis North Horr, das ist ungefähr die halbe Strecke, wäre es möglich gewesen. Alle, mit denen ich sprach, waren skeptisch für ein Weiterkommen von North Horr und deshalb ließ ich von dem Vorhaben ab. Mein nächstes Ziel war der Nationalpark von Marsabit. Der Eingang ist etwas abseits der Stadt gelegen. Nach ungefähr der Hälfte des Weges liegt die Bank von Marsabit ziemlich einsam. Ich selbst habe zwei mal dort Geld getauscht und weiß daher, daß dort verhältnismäßig viele Umsätze getätigt werden. In Deutschland würde die Bank bestimmt ein Geheimtip für Ganoven sein. Am Eingang des Nationalparks befand sich ein Ranger, der mir am nächsten Tag weiterhelfen wollte. Am nächsten Morgen kam zunächst eine riesengroße Überraschung. In Marsabit sind zwei Reisende, eine junge Frau aus Frankreich und ihr Partner, ein Spanier, angekommen. Für mich die ersten weißen Touristen im Norden von Kenia. Die mußte ich mir natürlich anschauen. Ich ging sofort zu der Busstation, wo die beiden Abenteurer, nur um das nötige Geschäft zu verrichten, den Bus verlassen hatten. Sie erzählten mir, daß sie über Marokko und Äthiopien in Moyale über die Grenze gekommen sind und mit dem Bus aus Moyale gleich weiter bis Nairobi weiterfahren wollten. Von da aus sollte es dann bis nach Südafrika etappenweise weitergehen. Sie hatten mindestens ein Vierteljahr für die Reise eingeplant. Ich frage mich nur wofür soviel Zeit gebraucht wird, wenn man der einen Hälfte von Kenia, dem Norden, nicht mal einen Blick gönnt. Den Besuch im Nationalpark verschob ich auf den nächsten Tag, weil mir nicht ganz wohl war. Ein Infekt, der mir schon in Deutschland zu schaffen machte und mir beständig eine leicht erhöhte Temperatur bescherte, war die Ursache. In Deutschland, mit dem richtigen Antibiotikum, war später alles wieder gut. Auf meiner Reise habe ich zum Schutz vor Malaria ein Antibiotikum eingenommen, das aber gegen den schleichenden Infekt keine Wirkung zeigte. Am folgenden Tag sah die "Welt" wieder anders aus und ich konnte zu dem Nationalpark aufbrechen. Der Aufstieg beginnt in unmittelbarer Nähe der Bank in Marsabit. Am Parkeingang traf ich auf einen dort wohnenden Parkranger. Der rief die Lodge an und nach dem ich versicherte dort zu essen, versprach man mich abzuholen. Der Parkranger erzählte mir noch, daß es viele Elefanten und noch mehr Büffel gibt, daß es im Park an Löwen fehlt und es deshalb notwendig ist Tiere in andere Reservate umzusetzen. Irgendwann kam ein Fahrzeug aus Marsabit und nahm mich mit zur Lodge. Der Weg innerhalb des Parks sah so ähnlich wie auf dem Bild von der Zufahrt aus, nur ist er noch viel schmaler. An einer Stelle fuhr unser Fahrzeug ganz links an das Gebüsch heran und hielt an. Ich saß in der Fahrerkabine links am offenen Fenster. Das Gebüsch teilte sich und ein Elefant streckte seinen Rüssel mir fast bis an das Gesicht. Meinen Fotoapparat, der in einer viel zu engen Tasche steckte, habe ich im Programm beim herausnehmen verändert, so daß ich kein Bild machen konnte. Der Elefant war nach wenigen Sekunden wieder verschwunden. Grund für den Halt war aber nicht der Elefant, sondern das Fahrzeug, das mich vom Tor abholen sollte. Wir setzten die Fahrt zur Lodge fort, wo man mich absetzte. Es wurde noch ein Zeitpunkt für das Essen verabredet und alle Leute von der Lodge fuhren irgendwo hin. Es gab keine Gäste und sie waren, wie ich aus dem Gästebuch entnahm, hier in der letzten Zeit selten anzutreffen. Ich konnte mich völlig allein in der nahen Umgebung der Lodge umsehen. Die einzigen Tiere, die ich gesehen habe, waren Elefanten. Der ständige Nebel machte es notwendig, so dicht wie möglich an sie heran zu gehen um einige brauchbare Bilder zu bekommen. .

Das Essen war nicht besonders gut. Es lag aber bestimmt an der außergewöhnlichen Situation, daß mit mir als Gast plötzlich der Alltag gestört wurde. Nach dem Essen stand auch schon der Wagen bereit, der mich zum Parktor brachte. Der Ausflug war doch eine ganz schöne teure Angelegenheit. Abends kamen zwei Touristen mit dem Bus aus Isiolo. Sie übernachteten in dem Hotel, wo auch ich gewohnt habe. Beide waren nur vier Jahre jünger als ich. Ein deutscher Journalist und ein Brasilianer. Abends beim Bier erzählten sie mir, daß sie am nächsten Morgen mit dem Bus weiter nach Moyale fahren, dort über die Grenze nach Äthiopien gehen und dann weiter nach Addis Abeba fahren wollten. Am nächsten Morgen kam ein ranghoher Polizist und begrüßte noch die beiden Weltenbummler, ehe sie zu ihrer Weiterfahrt aufbrachen. Am 22.06.05 nachmittags handelte ich eine Fahrt nach Nanyuki aus. Diesmal war es ein LKW, der noch Schafe laden sollte. Ich bezahlte die Fahrkosten vorher, damit die Mannschaft sich was zu essen kaufen konnte. Das Beladen außerhalb von Marsabit sollte ungefähr drei Stunden dauern. Bevor es aber losging, mußten noch zwei Reifen gewechselt werden. Ich schmiß meinen Rucksack, in dem ich auch meinen Fotoapparat hineingelegt hatte, hinten in die Fahrerkabine und wartete in Marsabit an einer Tankstelle. Alle, mit denen ich redete, fanden das auch nicht schlimm. Nachdem aber sieben Stunden vergangen waren und ich abends um zehn Uhr allein an der Tankstelle stand, machte ich mir langsam Sorgen. Nach einer weiteren Stunde kam dann ein Arbeiter von der Tankstelle und meinte, ich soll zur Polizei gehen. Auf der Polizeistation war man sehr zuvorkommend. Alle Straßenposten auf den in Frage kommenden Strecken wurden informiert. Ein Fahrzeug fuhr zu der Ladestation, wo der LKW beladen werden sollte und kam kurze Zeit später mit einer für mich erfreulichen Nachricht zurück. Der LKW hatte noch zwei Reifenpannen unterwegs gehabt. Es dauerte auch nicht mehr lange und ich konnte in das Fahrzeug einsteigen. Die Mannschaft schmollte ganz schön darüber, daß ich sie als Räuber verdächtigen konnte. Nachts war es ziemlich kalt und ich bedauerte die zwei Mitglieder von der Mannschaft die auf dem Dach mitfuhren. Alle 50 km wurde ich auf Grund der Fahndung, die ja nicht mehr aktuell war, an den Straßensperren von der Polizei gefragt, ob auch noch alles in Ordnung ist. Die nächtliche Fahrt war für die Mannschaft ein Knochenjob, denn wir hatten vier Reifenpannen. Bei zwei Reifen mußten sogar neue Schläuche eingezogen werden. Ich glaube, daß europäische Fernfahrer das "große Heulen" bekommen hätten.

Nomad Hotel

Internetadresse

Nächster Reisebericht: Nanyuki und Meru.

Counter