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Reiseberichte aus Nordkenia von Jörg Wurmisch |
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Kenia |
Lokichoggio |
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Reisebericht aus Kenia
So wie die meisten Kenianer in Nordkenia reisen, besuchte ich die Orte, Nairobi, Kitale, Lodwar, Kalokol, Turkanasee, Lokichoggio, Isiolo, Moyale, Marsabit, Nationalpark Marsabit, Nanyuki und Meru.
Die Schreibweise von Lokichoggio ist nicht einheitlich und deshalb habe ich sie von einem Wegweiser vor dem Ort übernommen. Lokichoggio ist von Lodwar ca. 240 Km entfernt und liegt ca. 40 Km vor der sudanesischen Grenze. Die Strecke ist bis auf einige frische Schäden an Flußübergängen bestens ausgebaut. Im Sudan gibt es Ölvorkommen die Begehrlichkeit erwecken und den Bürgerkrieg in Gang hält. In Lokichoggio gibt es viele Hilfsorganisationen die angeblich nur humanitäre Zwecke verfolgen und sich dabei gegenseitig auf die Füße treten. Während der Fahrt bietet sich das bisher gewohnte Landschaftsbild. Die Fahrt wird durch viele Pannen immer wieder unterbrochen. Bei einer scharfen Bremsung hatte sich ein Schalthebel, der keinen Knauf mehr hatte, in den Oberschenkel des Fahrers gebohrt. Mein ganzes Verbandsmaterial mußte ich einsetzen, um die Wunde zu versorgen. Bei einem Zwischenstop in Kakuma sollten sich Helfer vom Roten Kreuz die Wunde ansehen. Die waren allerdings sehr überfordert. Zu einem Foto waren sie aber gern bereit. Wir kamen später als geplant in Lokichoggio an. An eine Rückfahrt am selben Tag war nicht mehr zu denken.
Ich kam im Makuti Hotel wo Fernfahrer übernachten, in einer kleinen Kammer unter. Das dazugehörige Restaurant, in dem es bis weit nach Mitternacht hoch her geht, ist recht hübsch. Die ersten Weißen auf meiner Strecke, russische Piloten die auf dem dortigen Flughafen für Hilfseinsätze stationiert sind, habe ich dort kennen gelernt. Die Unterhaltung klappte über die kenianischen Freundinnen der Russen. Eine von denen, die in Nairobi studiert hat, sprach ein gutes Suaheli, so wie ich es bisher nur von gut geschulten Rednern gehört habe. Im Norden von Kenia wird Suaheli nur teilweise verstanden, so daß ich des Öfteren fremde Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Wer englisch spricht hat in der Verständigung weniger Probleme. Zum Schlafen kam ich erst sehr spät, als es etwas ruhiger wurde. Zwischenzeitlich sah ich mir das Treiben auf der Hauptstraße an. Mir kam es so vor, als ob jeder, der unterwegs war, einen erheblichen Alkoholpegel in sich hatte. Von den Frauen torkelten einige und andere wurden fast gewalttätig, weil ich kein Gespräch mit ihnen führen wollte. Um bis zum Schlafen über die Runden zu kommen, habe ich mich zu den Einlassern des Restaurants gesetzt, wo ich einigermaßen Abstand halten konnte. Am nächsten Vormittag erkundete ich noch die abgelegeneren Ecken von Lokichoggio.
Mittags habe ich mich um mein Matatu gekümmert, das bevor es wieder nach Lodwar fuhr, Schulkinder von der Schule nach Hause brachte. Der Transport der Schulkinder ist, wie ich mehrmals feststellte, in den abgelegensten Winkeln von Nordkenia auf irgendeine Weise geregelt. Ich bin mitgefahren, um das Matatu nicht aus den Augen zu lassen und natürlich auch um etwas zu sehen.
. Der Fahrer des Matatus hatte immer noch den gleichen Verband um und war wohl auf. Die Fahrt zurück nach Lodwar war problemloser als die vom Vortag nach Lokichoggio.|
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Nächster Reisebericht: wieder in Lodwar und Rückfahrt mit dem Bus nach Nairobi. |